Festungsstadt Mainz - Von den Römern bis heute

André Brauch und Rudolf Büllesbach, Festungsstadt Mainz – Von den Römern bis heute


München 2018

Hardcover, 28,5 cm x 24,5 cm, 268 Seiten mit 326 Abbildungen

ISBN: 978-3-943915-33-4   

Preis: 38 Euro


Festungsstadt Mainz
Inhaltsverzeichnis
Festungsstadt_Mainz_Inhalt.pdf (1.5MB)
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Festungsstadt Mainz
Flyer mit Informationen
Festungsstadt_Mainz_Faltblatt.pdf (3.5MB)
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Buchbesprechungen

"Der Aufbau des Buches und die Darstellung des Inhalts gehen vollkommen neue Wege. Heutige Ansprüche erfordern eine schnelle Vermittlung durch Visualisierung vor Wort und Text. So wird der Inhalt zu jedem Kapitel mit einem wenige Seiten umfassenden Text thematisiert und jeweils mit einer oder mehreren Entwicklungskarten erläutert. Dann folgt zur Widmung der geschichtlichen und topographischen Details eine umso intensivere Illustrierung mittels historischer und aktueller Fotos, Karten und Plänen, Luftaufnahmen, Überblendungen, und schließlich großartiger, wissenschaftlich abgesicherter Interpretationszeichnungen und -gemälden. Die Entwicklungskarten zeigen in mehrfarbiger Linienführung die bauliche Entwicklung der Befestigungsanlagen auf und stützen sich dabei auf neueste F orschungsergebnisse. Durch die Textkonzentration auf die jeweiligen Befestigungsepochen werden neue geschichtliche Zusammenhänge erkennbar (...) Erst diese Zusammenstellung rückt die Bedeutung von Mainz als Festung in ein vollkommen neues Licht. (...) jetzt ist es aber mit dem Buch gelungen, diese  Bedeutung einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln (...)"

Hans-Rudolf Neumann, Am Wall 106/2019

"...Das verspricht einiges und in der Tat erfüllt das im Dezember 2018 erschiene beeindruckende Festungsbuch zur Festungsstadt Mainz alle Erwartungen. (...) Dieses Buch gehört zwingend in jede gute Bibliothek eines  Festungsforschers."

Dirk Wolfrum. Fortis Colonia, Das Magazin 2019

"In ihrem Buch betrachten André Brauch und Rudolf Büllesbach erstmals Mainz durch seine gesamte Geschichte hindurch als Festungsstadt..."

Allgemeine Zeitung, 26. November 2018


Inhalt und Gegenstand des Buchs

Mainz ist die Goldene Stadt am Rhein. Sie war eine römische Metropole und kurfürstliche Residenz. Fast zweitausend Jahre schützten eine Stadtmauer, gewaltige Bastionen, tiefe Gräben und Forts die Stadt. Eine vergleichbar lang andauernde Festungsgeschichte weisen nur ganz wenige andere Städte in Deutschland und Europa auf.

Trotzdem ist die Erinnerung an die Festung Mainz heute verblasst und wird auch nicht lebendig gehalten. Das hat zum einen mit den Problemen im Zusammenhang mit den fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt durch den engen Festungsring im ausgehenden 19. Jahrhundert und mit den Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts zu tun. Zum anderen wird die Festung mit der glanzlosen Provinzhauptstadt verbunden, die anders als die kurfürstliche Residenzstadt kein positiv besetzter Erinnerungsort ist.

Dieser Blick wird der Bedeutung, die die Festung Mainz über viele Jahrhunderte hatte, nicht gerecht. Die Befestigungsanlagen der Stadt schützten seit jeher alle diejenigen, die sich innerhalb ihrer Grenzen aufhielten. Daneben erfüllte sie auch andere Zwecke. Für die Römer war das Legionslager das weithin sichtbare Zeichen ihres Herrschaftsanspruchs und für die freien Bürger im Mittelalter war die Stadtmauer eine entscheidende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung. Die Mainzer Kurfürsten sahen in der strategisch bedeutsamen Festung ein wichtiges Instrument für ihre Ambitionen in der Reichspolitik und zur Durchsetzung ihres Machtanspruchs. Auch konnten sie die Stadt innerhalb der Bastionen zu einem barocken Schmuckstück ausbauen. Für die Franzosen war Mainz ein »boulevard de la france« und ein erster Waffenplatz des französischen Kaiserreichs. Napoleon sah darüber hinaus Mainz als zweites Paris, mit einer repräsentativen Anlage vor dem Deutschhaus wie vor dem Tuilerienpalast.

Ein prächtiges Mainz und starke Festungsmauern bildeten über Jahrhunderte keine Gegensätze. Es waren immer zwei Seiten der gleichen Medaille. Ohne das eine wäre das andere nicht möglich gewesen. Vor diesem Hintergrund verwundert, dass in Mainz das Festungserbe so nachhaltig verborgen bleibt. Was sind die Gründe hierfür? Weshalb sind nur einzelne Epochen immer wieder Gegenstand von Betrachtungen? Warum bleiben dabei die Festungsanlagen und deren Bedeutung für die Stadtentwicklung regelmäßig unbeachtet? Wie haben die Festungsanlagen die Stadt geprägt und die Entwicklung beeinflusst? Wo befanden sie sich im heutigen Stadtbild? Das sind einige der Fragen, die Gegenstand dieses Buches sind. Sie werden dabei im Zusammenhang mit historischen, politischen und technischen Entwicklungen über einen Zeitraum von zweitausend Jahren von den Römern bis heute behandelt.

Heute ist von der Festung Mainz nicht mehr viel zu sehen. Ihre Reste liegen fast alle tief vergraben unter der Erde. Geblieben sind lediglich wenige Festungsbauten wie insbesondere die Zitadelle, das Proviantmagazin, drei Kavaliere des Rheingauwalls oder viele Kilometer Minen- und Kommunikationsgänge unter den alten Forts. Diese Reste vermitteln nur sehr unzureichend ein Bild der Festung in früherer Zeit. Deshalb wurde Mainz mit seiner Festung in diesem Buch mit vielen Bildern wieder sichtbar gemacht und damit ein Bezug zum heutigen Stadtbild hergestellt. 45 Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen, davon 36 exklusiv für dieses Buch, rekonstruieren historische Bau- und Festungswerke. Die Entwicklung der Stadtbefestigung ist auf 15 neu gestalteten Karten leicht verständlich dargestellt. 28 aktuelle Luftbilder zeigen einen vergleichenden Blick auf damals und heute.

All dies ermöglicht einen neuen Blick auf ein Mainz, dessen Stadtbild von mächtigen Festungswerken geprägt war. Dieser Blick auf die Festung macht so die wechselvolle Mainzer Geschichte wieder lebendig und ist gleichzeitig ein Schlüssel zum Verständnis der heutigen Stadt. Damit liefert das Buch eine wichtige Ergänzung zur Geschichte der Stadt Mainz. 


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